
TÜV überziehen: Wie lange fahren, Strafen & Kosten
Kaum etwas nervt Autofahrer so sehr wie ein vergessener TÜV-Termin – und plötzlich ist die Plakette abgelaufen. Viele glauben an eine stillschweigende Nachfrist von ein paar Wochen, doch die Realität sieht anders aus – dieser Artikel zeigt die wahren Fristen, Bußgelder und Handlungsoptionen ohne böse Überraschungen bei der Versicherung.
Keine gesetzliche Nachfrist: Fahren ohne gültigen TÜV ab sofort Ordnungswidrigkeit ·
Bußgeld bis 2 Monate überzogen: 15 Euro ·
Bußgeld 4 bis 8 Monate überzogen: 25 Euro ·
Bußgeld über 8 Monate: 60 Euro + 1 Punkt in Flensburg ·
Versicherung bei Unfall ohne TÜV: Risiko der Leistungskürzung oder Regressforderung
Kurzüberblick
- Keine Nachfrist nach Ablauf der Hauptuntersuchung (ADAC (größter deutscher Automobilclub))
- Bußgelder gestaffelt nach Monaten (Allianz (Versicherungskonzern))
- Versicherung kann bei grober Fahrlässigkeit Regress fordern (Allianz) (ADAC (größter deutscher Automobilclub))
- Ob die Kfz-Versicherung im Einzelfall den vollen Schaden zahlt, hängt von den Umständen ab (grobe Fahrlässigkeit vs. Vorsatz) – Quelle: Allianz (ARAG (Rechtsschutzversicherer))
- Ob die Polizei bei Kontrolle eine Verwarnung ohne Geldbuße ausspricht, liegt im Ermessen – Quelle: ARAG (Rechtsschutzversicherer)
- Monat der Fälligkeit: Letzter Tag – TÜV muss gemacht sein (ADAC)
- 2–3 Monate überzogen: 15 Euro Verwarnungsgeld (ADAC)
- 4–8 Monate überzogen: 25 Euro (ADAC)
- Ab 8 Monaten überzogen: 60 Euro + 1 Punkt (ADAC)
- Sofort neuen TÜV-Termin buchen (ADAC)
- Bei längerer Überziehung Fahrzeug abschleppen lassen (ARAG)
- Versicherung über den Status informieren (Allianz)
Vier zentrale Kennzahlen auf einen Blick: die wichtigsten Daten zur TÜV-Überziehung.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Letzter Tag für TÜV | Letzter Tag des Monats der Plakettenfälligkeit |
| Bußgeld bei 2 Monaten Überziehung | 15 Euro |
| Punkt bei über 8 Monaten | 1 Punkt in Flensburg |
| Versicherungsschutz | Nicht automatisch erloschen, aber Regress möglich |
| Kosten HU (ca.) | 100–150 Euro |
Wie lange kann man nach abgelaufenem TÜV noch fahren?
Keine Nachfrist: Warum Sie sofort handeln müssen
Die Hauptuntersuchung muss spätestens am letzten Tag des Monats erfolgen, in dem die Plakette fällig ist – das schreibt der Gesetzgeber vor. Danach ist das Fahren ohne gültigen TÜV eine Ordnungswidrigkeit, es gibt keine Toleranzfrist (ADAC (größter deutscher Automobilclub)). Viele Autofahrer hoffen auf eine stillschweigende Nachfrist von einigen Tagen – ein Irrglaube, der teuer werden kann.
Was die Polizei kontrolliert
Bei einer Verkehrskontrolle prüft die Polizei stets die Gültigkeit der TÜV-Plakette. Fehlt sie oder ist abgelaufen, droht ein Verwarnungsgeld. Laut ARAG wird eine Überziehung von bis zu vier Wochen in der Praxis oft noch geduldet – rechtlich sicher ist das aber nicht.
Wer den letzten Tag des Fälligkeitsmonats verstreichen lässt, fährt ab dem nächsten Tag ohne gültige Plakette – und damit illegal. Die Polizei kann bereits am 1. des Folgemonats eine Verwarnung aussprechen.
Der springende Punkt: Schon ein Tag über der Frist macht das Fahren zu einer Ordnungswidrigkeit – kulante Beamte sind keine Garantie.
Wie viel überfällig darf der TÜV sein?
Monatsfrist: Der letzte Tag des Monats
Die Plakette zeigt den Monat der Fälligkeit an. Ist auf der Plakette beispielsweise „12/2025“ vermerkt, muss die Hauptuntersuchung spätestens am 31. Dezember 2025 abgeschlossen sein – nicht einen Tag später (TÜV SÜD (technischer Prüfdienst)).
Überziehungsdauer und Bußgeldstufen
Die Höhe des Bußgelds steigt mit der Dauer der Überziehung. Der Bußgeldkatalog sieht folgende Staffelung vor (ADAC, Allianz):
- Bis zu 2 Monate überzogen: 15 Euro Verwarnungsgeld (laut TÜV SÜD bis 2 Monate nur Verwarnung ohne Geldbuße)
- 2 bis 4 Monate überzogen: 15 Euro
- 4 bis 8 Monate überzogen: 25 Euro
- Mehr als 8 Monate überzogen: 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg
Die eskalierende Staffelung zeigt: Je länger die Überziehung, desto härter die Strafe – ab acht Monaten kommt der Punkt im Fahreignungsregister hinzu. Das Muster ist eindeutig: Wer die Frist ignoriert, zahlt gestaffelt drauf.
TÜV-Termin verpasst: Was jetzt?
Sofortmaßnahmen nach verpasstem Termin
Haben Sie den TÜV-Termin verpasst, sollten Sie umgehend einen neuen Termin vereinbaren (ADAC). Fahren Sie nur dann zur nächsten Prüfstelle, wenn die Überziehung noch sehr kurz ist – wenige Tage gelten in der Praxis meist als Kavaliersdelikt.
Neuen Termin buchen – aber wie?
Die Buchung erfolgt online oder telefonisch bei einer beliebigen Prüfstelle (TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS). Achten Sie darauf, dass der Termin noch im laufenden Monat liegt, wenn die Plakette erst wenige Tage abgelaufen ist.
Was tun, wenn die Plakette bereits abgelaufen ist?
Bei längerer Überziehung (mehr als zwei Monate) ist das Fahren zur Prüfstelle nicht mehr erlaubt. In diesem Fall müssen Sie das Fahrzeug abschleppen lassen oder einen mobilen Prüfdienst beauftragen (ARAG).
Die wichtigste Regel: nicht weiterfahren, sobald die Plakette mehr als zwei Monate abgelaufen ist. Ein Abschleppdienst kostet zwar Geld, ist aber günstiger als ein Bußgeld plus möglicher Regress der Versicherung.
Was das bedeutet: Wer jetzt noch fährt, spielt mit dem Feuer – die Kosten steigen mit jedem Kilometer.
Welche Strafen und Kosten drohen beim TÜV-Überziehen?
Bußgeldkatalog im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die Bußgelder nach Überziehungsdauer zusammen – basierend auf den offiziellen Sätzen:
| Überziehungsdauer | Verwarnungsgeld | Punkte |
|---|---|---|
| bis 2 Monate | 15 Euro (Verwarnung) | 0 |
| 2–4 Monate | 15 Euro | 0 |
| 4–8 Monate | 25 Euro | 0 |
| mehr als 8 Monate | 60 Euro | 1 |
Die Staffelung zeigt: Die ersten zwei Monate kosten nur eine moderate Verwarnung, ab vier Monaten wird es spürbar teurer.
Kosten der Nachprüfung
Neben dem Bußgeld fallen auch die Kosten für die Hauptuntersuchung selbst an – rund 100 bis 150 Euro, je nach Prüfstelle und Fahrzeugtyp (ARAG (Rechtsschutzversicherer)). Bei einer Überziehung von mehr als zwei Monaten wird eine Ergänzungsuntersuchung fällig, die etwa 20 Prozent Aufpreis kostet (ADAC).
Punkte in Flensburg
Erst ab einer Überziehung von mehr als acht Monaten wird ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen. Das ist besonders ärgerlich, denn schon ein Punkt kann sich auf die Versicherungsbeiträge auswirken (Bußgeldkatalog.org (Bußgeld-Informationsportal)).
Ist man noch versichert, wenn der TÜV abgelaufen ist?
Erlischt der Versicherungsschutz automatisch?
Nein – eine abgelaufene Hauptuntersuchung führt nicht automatisch zum Verlust des Versicherungsschutzes (Allianz). Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt im Schadensfall grundsätzlich, kann aber unter bestimmten Umständen Regress fordern.
Was sagt die Rechtsprechung?
Die Gerichte unterscheiden zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz. Wer wissentlich mit abgelaufenem TÜV fährt, handelt grob fahrlässig – die Versicherung darf dann Leistungen kürzen oder sogar ganz verweigern (ADAC).
Unfall ohne TÜV: Wer zahlt?
Die Kaskoversicherung kann bei einem Unfall, der durch Mängel am Fahrzeug verursacht wurde, die Leistung verweigern – etwa wenn ein Bremsdefekt vorlag, der bei einer rechtzeitigen HU aufgefallen wäre (Allianz). Bei der Haftpflichtversicherung sieht es anders aus: Sie muss in der Regel zahlen, kann den Fahrer jedoch in Regress nehmen – bis zu 5.000 Euro sind möglich (Allianz).
Selbst wenn die Haftpflicht den Schaden deckt, bleibt der Fahrer auf dem Regress sitzen – oft mehrere tausend Euro. Wer grob fahrlässig handelt, trägt ein hohes finanzielles Risiko.
Die Botschaft: Der Versicherungsschutz ist nicht automatisch weg, aber im Schadensfall kann es richtig teuer werden.
Vor- und Nachteile der TÜV-Überziehung
Vorteile
- Kurzfristige Zeitersparnis, wenn der Termin mal vergessen wurde
- Bei sehr kurzer Überziehung (wenige Tage) droht kein Bußgeld
- Man kann ggf. einen günstigeren Prüfstelle-Termin finden
Nachteile
- Bußgeldstaffel ab 2 Monaten
- Ab 8 Monaten Punkt in Flensburg
- Versicherungsrisiko bei Unfall (Regress)
- Zusatzkosten für Ergänzungsuntersuchung
- Bei Kontrolle: Verwarnung und Zeitverlust
Schritt-für-Schritt: Was tun, wenn der TÜV abgelaufen ist?
- Überziehungsdauer prüfen: Wie viele Monate ist die Plakette abgelaufen? Notieren Sie das Datum der Fälligkeit.
- Bei kurzer Überziehung (bis 1 Monat): Fahren Sie direkt zur nächsten Prüfstelle und vereinbaren Sie einen Termin. Fahren Sie nur zur Prüfstelle, nicht im Alltag.
- Bei längerer Überziehung (ab 2 Monaten): Lassen Sie das Fahrzeug abschleppen oder buchen Sie einen mobilen Prüfdienst. Nicht selbst zur Prüfstelle fahren – das ist illegal.
- Termin buchen: Online oder telefonisch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS. Geben Sie das Kennzeichen und die Art der Untersuchung an (HU + AU).
- Versicherung informieren: Melden Sie den Status Ihrer Plakette – das kann im Schadensfall helfen.
- Nach der HU: Neue Plakette erhalten und aufkleben. Prüfen Sie, ob eventuelle Mängel behoben werden mussten.
Zeitleiste der TÜV-Überziehung
Die folgende Übersicht zeigt, in welchem Zeitraum welche Konsequenzen drohen:
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Monat der Fälligkeit | Letzter Tag des Monats: TÜV muss gemacht sein |
| 1. Monat überzogen | Kein Bußgeld laut TÜV SÜD, aber Verwarnung möglich |
| 2–3 Monate überzogen | 15 Euro Verwarnungsgeld |
| 4–8 Monate überzogen | 25 Euro Bußgeld |
| Ab 8 Monaten überzogen | 60 Euro + 1 Punkt |
Der Zeitstrahl macht klar: Die ersten Wochen sind noch vergleichsweise harmlos, aber ab dem zweiten Monat wird jeder weitere Monat teurer.
Was ist klar – was bleibt unklar?
Bestätigte Fakten
- Keine gesetzliche Nachfrist nach Ablauf der HU (ADAC)
- Bußgelder gestaffelt nach Monaten (Allianz)
- Versicherung kann bei grober Fahrlässigkeit Regress fordern (Allianz)
- Kosten der Hauptuntersuchung: ca. 100–150 Euro (ARAG)
Was unklar ist
- Ob die Versicherung im Einzelfall den vollen Schaden zahlt – hängt von den Umständen ab (grobe Fahrlässigkeit vs. Vorsatz)
- Ob die Polizei bei einer Kontrolle eine Verwarnung ohne Geldbuße ausspricht – liegt im Ermessen des Beamten
- Ob bei Nutzfahrzeugen die gleichen Fristen und Bußgelder gelten – laut Tarifcheck gibt es Besonderheiten
- Ob die Kaskoversicherung bei einem unfallbedingten Mangel die Leistung verweigert – hängt vom Einzelfall und der Ursachenkette ab
Stimmen von Experten
„Wer den TÜV überzieht, muss mit Bußgeldern von 15 Euro (bis 2 Monate) bis 60 Euro (ab 8 Monate) rechnen. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg bei langer Überziehung.“
– ADAC (größter deutscher Automobilclub) zum Bußgeldkatalog
„Die Hauptuntersuchung muss spätestens am letzten Tag des auf der Plakette angegebenen Monats durchgeführt sein. Eine Nachfrist gibt es nicht.“
– TÜV SÜD (technischer Prüfdienst) zu den Fristen
„Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt bei einem Unfall auch ohne gültigen TÜV, kann aber Regress nehmen, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt – bis zu 5.000 Euro.“
– Allianz (Versicherungskonzern) zum Versicherungsschutz
Fazit
TÜV überziehen ist kein Kavaliersdelikt – die Bußgelder steigen mit der Dauer und ab acht Monaten kommt ein Punkt in Flensburg dazu. Noch schwerer wiegt das Versicherungsrisiko: Bei einem Unfall ohne gültige Plakette kann die Kfz-Versicherung Regress fordern und Sie stehen hohen Kosten gegenüber. Für Autofahrer in Deutschland ist die Botschaft klar: Handeln Sie sofort, wenn die Plakette abläuft – entweder einen Termin buchen oder das Fahrzeug abstellen. Ein Verschieben lohnt sich nie.
tarifcheck.de, bussgeldkatalog.net, kfz-gutachtenzentrale.de
Wer die Frist überzieht, sollte nicht nur mit Bußgeldern rechnen, sondern auch mit den steigende TÜV-Kosten 2026, die seit Januar 2026 deutlich angezogen haben.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft muss der TÜV gemacht werden?
Bei Pkw ist eine Hauptuntersuchung (HU) alle zwei Jahre erforderlich. Bei Neuwagen erstmals nach drei Jahren, dann alle zwei Jahre.
Was kostet eine Hauptuntersuchung?
Die Kosten liegen je nach Prüfstelle und Fahrzeug zwischen ca. 100 und 150 Euro. Hinzu kommt die Abgasuntersuchung (AU), die meist im Preis enthalten ist.
Kann ich den TÜV im Ausland machen?
Nein – die Hauptuntersuchung muss in Deutschland bei einer anerkannten Prüfstelle durchgeführt werden (TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS).
Was ist der Unterschied zwischen HU und AU?
Die HU (Hauptuntersuchung) prüft die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs. Die AU (Abgasuntersuchung) misst die Abgaswerte. Beide werden meist zusammen durchgeführt.
Wie bekomme ich eine neue Plakette?
Nach bestandener Hauptuntersuchung erhalten Sie eine neue Plakette, die auf dem hinteren Kennzeichen angebracht wird.
Welche Unterlagen brauche ich für den TÜV?
Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und ggf. das Prüfprotokoll der letzten HU. Bei Terminbuchung per Internet reicht das Kennzeichen.
Was passiert, wenn ich mit abgelaufenem TÜV in eine Kontrolle gerate?
Sie erhalten ein Verwarnungsgeld – bis zu 2 Monate Überziehung: 15 Euro. Bei mehr als 8 Monaten: 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.
Kann ich die HU verschieben, wenn ich im Ausland bin?
Grundsätzlich nicht – die Frist ist gesetzlich festgelegt. In Ausnahmefällen können Sie bei der Zulassungsstelle eine Verlängerung beantragen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie das Fahrzeug nicht nutzen.
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