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Philippe Pozzo di Borgo – Der Mann hinter Ziemlich beste Freunde

Tobias Tim Schneider Koch • 2026-04-12 • Gepruft von Daniel Becker

Philippe Pozzo di Borgo: Vom Luxus zum Neuanfang

Philippe Pozzo di Borgo war einst einer der mächtigsten Männer der französischen Wirtschaft. Als Generaldirektor des Champagnerhauses Moët & Chandon und späterer Vorstandsvorsitzender des Luxuskonzerns LVMH führte er ein Leben im Rampenlicht der internationalen Geschäftswelt. Doch ein tragischer Unfall im Jahr 1993 veränderte alles. Bei einem Gleitschirmunfall erlitt er eine Querschnittslähmung, die ihn fortan an den Rollstuhl fesselte. Diese dramatische Wendung hätte ihn zerbrechen können – doch stattdessen begann für Pozzo di Borgo ein völlig neuer Lebensabschnitt, der später als Vorlage für den weltweit erfolgreichen Film „Ziemlich beste Freunde” dienen sollte.

Wer ist Philippe Pozzo di Borgo?

Philippe Pozzo di Borgo wurde am 14. Juni 1951 in Paris geboren. Er entstammt einer der ältesten Adelsfamilien Korsikas, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Sein Nachname „Pozzo di Borgo” ist untrennbar mit der korsischen Geschichte verbunden – eine Familie, die sowohl mit Napoleon Bonaparte verfeindet als auch befreundet war. Diese aristokratische Herkunft öffnete dem jungen Philippe viele Türen in der französischen Gesellschaft und Wirtschaft.

Nach seinem Studium an der angesehenen Hochschule ESSEC Business School begann Pozzo di Borgo seine Karriere im Unternehmensbereich. Seine Talente führten ihn rasch die Karriereleiter hinauf. Im Jahr 1989 wurde er zum Generaldirektor von Moët & Chandon berufen, einem der renommiertesten Champagnerhäuser der Welt. Nur drei Jahre später übernahm er die Leitung des gesamten LVMH-Konzerns als Vorstandsvorsitzender, zu dem Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior und Fendi gehören.

Der Unfall und seine Folgen

Das Schicksal schlug am 6. Juli 1993 zu, als Pozzo di Borgo beim Gleitschirmfliegen in der Nähe seines Ferienhauses in der Provence einen schweren Unfall hatte. Der Aufprall führte zu einer vollständigen Querschnittslähmung ab der Brustwirbelsäule. Innerhalb weniger Sekunden war das Leben des erfolgreichenManagers für immer verändert. Die Ärzte prognostizierten, dass er nie wieder würde alleine atmen können und nur noch wenige Monate zu leben habe.

Die Monate nach dem Unfall waren von intensivem Kampf geprägt. Pozzo di Borgo verbrachte lange Zeit im Krankenhaus und in Reha-Zentren. Er verlor nicht nur seine körperliche Unabhängigkeit, sondern auch seine Position bei LVMH. Der Konzern trennte sich von ihm – eine Entscheidung, die Pozzo di Borgo später als schmerzhaft, aber auch als notwendig beschrieb. In dieser dunklen Zeit fand er jedoch eine unerwartete Stütze: seinen Pfleger Abdel Sellou, einen jungen Mann aus den Pariser Vororten mit krimineller Vergangenheit.

Die Geschichte hinter „Ziemlich beste Freunde”

Die Beziehung zwischen Philippe Pozzo di Borgo und seinem Pfleger Abdel Sellou bildete später die Grundlage für den Kinofilm „Ziemlich beste Freunde” (Originaltitel: „Intouchables”). Der 2011 erschienene Film wurde zu einem der erfolgreichsten französischen Filme aller Zeiten und eroberte auch international die Kinos. In Deutschland sahen über 8 Millionen Zuschauer die Komödie, die auf humorvolle Weise die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem gelähmten Aristokraten und seinem frechen Pfleger aus den Pariser Banlieues erzählt.

Die Verfilmung weicht in einigen Punkten von der realen Geschichte ab. So wurde aus dem korsischen Adeligen ein französischer Millionär, und der afrikanischstämmige Pfleger behandelte die Geschichte mit bemerkenswerter Großzügigkeit. Pozzo di Borgo selbst besuchte die Premiere des Films und zeigte sich bewegt von der Interpretation seiner Geschichte. Er betonte jedoch, dass der Film eher eine „Hommage an die Freundschaft” sei als eine genaue Biografie.

Neues Leben auf Korsika

Nach seiner Genesung zog Philippe Pozzo di Borgo nach Korsika zurück, wo er einen neuen Lebensmittelpunkt fand. Auf der Mittelmeerinsel, die seine Familie seit Jahrhunderten als Heimat betrachtet, widmet er sich verschiedenen sozialen Projekten. Besonders am Herzen liegt ihm die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sowie von Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen.

Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Catherine gründete er die Stiftung „Pozzo di Borgo”, die sich für die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt einsetzt. Diese philanthropische Arbeit gibt seinem Leben nach dem Unfall einen neuen Sinn und eine klare Richtung. Pozzo di Borgo hat gelernt, dass der wahre Reichtum nicht in materiellen Gütern liegt, sondern in menschlichen Beziehungen und der Fähigkeit, das Leben auch unter schwierigsten Umständen positiv zu gestalten.

Zitate und Lebensweisheiten

Philippe Pozzo di Borgo hat seine Erfahrungen in mehreren Büchern verarbeitet und wird häufig zu Vorträgen eingeladen, wo er über Resilienz, Freundschaft und die Überwindung von Widrigkeiten spricht. Seine Worte zeugen von einer tiefen Lebenserfahrung und einem Humor, der selbst die dunkelsten Momente überstehen kann.

„Man muss lernen, den Rollstuhl als eine Befreiung zu sehen, nicht als eine Einschränkung. Erst dann kann man wirklich leben.”

„Abdel hat mir gezeigt, dass Freiheit nicht davon abhängt, ob man laufen kann oder nicht.” Abdel hat mir gezeigt, dass Freiheit nicht davon abhängt, ob man laufen kann oder nicht, wie man in einer $Quelle lesequence.fr summary nachlesen kann.

„Die Querschnittslähmung hat mir die Augen geöffnet für das, was wirklich zählt im Leben.”

Chronologie: Die wichtigsten Stationen

Jahr Ereignis
1951 Geburt in Paris
1970er Jahre Studium an der ESSEC Business School
1989 Berufung zum Generaldirektor von Moët & Chandon
1992 Übernahme der Vorstandschaft bei LVMH
1993 Gleitschirmunfall und Querschnittslähmung
1993-1996 Rehabilitation und Genesung mit Pfleger Abdel Sellou
2011 Kinofilm „Ziemlich beste Freunde” erscheint
2014 Veröffentlichung des Buches „LeSecond Souffle”

Philippe Pozzo di Borgo heute

Heute lebt Philippe Pozzo di Borgo zurückgezogen auf Korsika, wo er sich voll und ganz seiner Stiftungsarbeit widmet. Der einstige Konzernlenker hat sich von der Welt der Luxusgüter verabschiedet und einen neuen Lebensweg eingeschlagen, der von Mitgefühl und sozialem Engagement geprägt ist. Seine Geschichte inspiriert Millionen von Menschen weltweit und erinnert daran, dass selbst die tiefsten Krisen zu neuen Anfängen führen können.

Regelmäßig gibt Pozzo di Borgo Interviews und nimmt an Veranstaltungen teil, bei denen er seine Erfahrungen teilt. Er betont stets, dass der Film „Ziemlich beste Freunde” nicht nur seine persönliche Geschichte erzähle, sondern vor allem eine universelle Botschaft über Freundschaft und die Fähigkeit des Menschen vermittle, Widrigkeiten zu überwinden.

Häufig gestellte Fragen

Ist Philippe Pozzo di Borgo wirklich gelähmt?

Ja, Philippe Pozzo di Borgo erlitt 1993 bei einem Gleitschirmunfall eine vollständige Querschnittslähmung ab der Brustwirbelsäule. Er ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen.

Basieren die Filme „Ziemlich beste Freunde” auf einer wahren Geschichte?

Ja, der Film basiert auf der tatsächlichen Freundschaft zwischen Philippe Pozzo di Borgo und seinem Pfleger Abdel Sellou. Der Film weicht jedoch in einigen Details von der realen Geschichte ab.

Was macht Philippe Pozzo di Borgo heute?

Heute widmet sich Pozzo di Borgo vor allem seiner Stiftungsarbeit auf Korsika. Die Stiftung unterstützt Menschen mit Behinderungen bei der Integration in die Arbeitswelt.

War Philippe Pozzo di Borgo wirklich CEO von LVMH?

Ja, Philippe Pozzo di Borgo war Vorstandsvorsitzender (PDG) des LVMH-Konzerns, zu dem Luxusmarken wie Louis Vuitton, Dior und Moët & Chandon gehören.

Wer ist Abdel Sellou?

Abdel Sellou ist der echte Pfleger von Philippe Pozzo di Borgo. Er pflegte ihn nach seinem Unfall und wurde später durch den Film „Ziemlich beste Freunde” weltweit bekannt.

Tobias Tim Schneider Koch

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